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Das Pfarrheim St. Martin in Kematen, wurde vor zehn Jahren nach einer prachtvollen Segnungsfeier seiner Bestimmung übergeben und ist seither ein beliebter Treffpunkt zu verschiedenen Anlässen von Gemeinschaften. Dieses kleine Jubiläum nutzten Mitglieder der Pfarrei Kematen/Dettendorf für eine kleine Jubiläumsfeier. Den Gottesdienst dazu, mit einem Gedenken an inzwischen verstorbenen Beteiligte am Bau, zelebrierten Pfarrer Ernst Kögler, Leiter des Pfarrverbands Maria Morgenstern und Pfarrer im Ruhestand Albert Hell, ehemaliger Geistlicher der Pfarrei St. Martin Au und Kematen/Dettendorf. Den musikalischen Rahmen bereicherte Ilona Mayr an ihrer Harfe.Für ein würdevolles Bild vorm Hochaltar der St. Martins Kirche sorgten Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine.

Beim geselligen Beisammensein am und im Pfarrhaus zeichneten Kirchenpfleger Josef Mark, Ruhestandsgeistlicher Pfarrer Albert Hell und Peter Kotthoff vom Baureferat der Erzdiözese München und Freising, der einst das Bauvorhaben der Pfarrei unterstützte, den steinigen Weg bis zur damaligen Einweihung nach.

Über viele Jahrzehnte diente das alte „Priesterhaus“, fertiggestellt 1917, vielen Geistlichen mit ihren Haushälterinnen als Herberge. Das Grundstück dafür stiftete die Familie „Impler“ vom „Stoffe-Anwesen“ zugunsten des im Jahre 1900 gegründeten „Pfründevereins“, der sich um Wohnung und Unterhalt eines eigenen Kemater Pfarrers bemühte. Letzte Geistliche waren Pfarrer Anton Straßmair und Pfarrer Benno Reiter. Letzterer zog 2002 mit seiner Haushälterin aus und verbrachten ihren Lebensabend im Pflegeheim.

Mit dem nun leerstehenden Haus befasste sich der damalige Kemater Kirchenpfleger Balthasar Köllmeier und tauschte sich über eine weitere pfarrliche Nutzung verbunden mit Ortsterminen mit Baubetreuern vom Ordinariat aus. 2002 erging von der pastoralen Planstelle eine erste Stellungnahme über eine eventuellen Nutzung des alten Pfarrhauses mit Gruppenräumen, Lagerraum, Archiv, Büro und Dienstwohnung. In einem Schreiben 2003 wurde diese Überlegung als ungeeignet begründet.

Nach mehreren Telefonaten mit dem EOM, darunter Peter Kotthoff und einem Herrn Pauli im Januar 2009 wurden Pfarrei und Kirchenverwaltung über ein „Standardraumprogramm Typ D“ zur Nutzung pfarrlicher Räume mit kleiner als eintausend Katholiken aufmerksam gemacht. Einen Monat später stellte die Kirchenverwaltung einen entsprechenden Antrag zum Erhalt des Pfarrhauses, dem in Folge die zuständige Bau- und Kunstkommission zustimmte. Nach Ortsbesichtigungen standen drei Varianten zur Diskussion. Ein Erhalt des alten Pfarrhauses -eine Sanierung hätte 500.000 Euro gekostet- wurde aus finanziellen Gründen abgelehnt. Ebenso habe sich das Ordinariat von einer Finanzierung eines Pfarrhauses distanziert.

Nach einigen Überlegungen kam es zu einer Teilung des Grundstücks zur Nutzung für die Pfarrei sowie zur Vergabe in Form von Erbpacht. Im Juni 2009 diskutierten und entschieden Mitglieder der Pfarrei in einer Pfarrversammlung über drei Varianten. Die große Mehrheit entschied sich für den Abriss des alten Pfarrhauses und Errichtung eines Neubaus. Schriftlich bekundete das Ordinariat keine Bedenken gegen das Bauvorhaben „Neues Pfarrheim“. Ende Januar 2010 wurde eine Bauanfrage ans Landratsamt Rosenheim eingereicht und nach gut einem Jahr genehmigt. Die darauf eineinhalb folgenden Jahre bis zum Abriss des alten Pfarrhauses im November 2012 nahmen Anträge, Planungen, KV-Beschlüsse sowie Stellungnahmen vom Ordinariat in Anspruch. Im März 2013 begannen die Neubauarbeiten, die sich bis zur Einweihung 2016 hinstreckten. Veranschlagt war das neue Pfarrheim mit 439.000 Euro. 60 Prozent davon gab die Erzdiözese an Zuschüssen. Der Eigenanteil belief sich auf 176.000 Euro. Laut Rechnungen hat das neue Pfarrheim knapp 260.000 Euro gekostet. Wie Josef Mark lobend und wertschätzend hervorhob, widmeten sich über 90 Mitglieder und Helfer der Pfarrei mit Herzblut in 4050 Arbeitsstunden „unentgeltlich und ehrenamtlich“ dem Projekt. 21 Fachfirmen waren daran beteiligt und stellten Landwirte mit einem Aufwand an 280 Stunden ihre Maschinen ohne Ruf nach monetärem Ausgleich zur Verfügung. Außerdem leisteten Geld- und Sachspenden ihren Beitrag.

Text und Bilder: Peter Strim

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